So
25
Sep
2011
Artikel im TT vom 21.09.2011
Für alle wo es nicht möglich war einen sehr guten Bericht im Thuner Tagblatt zu lesen.
Via Berlin und Kanada nach Thun
Wenn der Vater Diplomat ist, dann heisst das für die Kinder: häufig umziehen. Im Falle von Armin Trautmann war das nichts anderes. Er hat in seinen 19 Lebensjahren schon in Deutschland, Kanada, Belgien und in der Schweiz gelebt. «Ich hatte nie Mühe damit, so häufig den Wohnort zu wechseln. Im Gegenteil: Ich habe so schon in jungen Jahren viel erlebt.»
Zumal Trautmann schon mit 14 Jahren einen eigenen, von der Familie mit drei Brüdern unabhängigen Weg einschlug. Mit dem Eishockey hatte der gebürtige Berliner in der kanadischen Hauptstadt Ottawa begonnen, danach lebte Trautmann in Brüssel. «Vor fünf Jahren wurde die Familie nach Berlin an eine Hochzeit eingeladen. Dort wurde ich gefragt, ob ich es mir vorstellen könnte, für Preussen Berlin in der Schüler-Bundesliga zu spielen», sagt der heute 19-Jährige. Später wechselte er nach Köln, spielte in Calgary in kanadischen Nachwuchsligen und zuletzt wieder bei Preussen in der dritten deutschen Liga. Er wollte jedoch noch einmal mit seiner Familie zusammen am gleichen Ort leben. Und so ist er im April 2011 in die Schweiz gezogen, wo Vater Ulrich mittlerweile Erster Botschaftsrat bei der EU-Delegation in Bern ist. Eishockey spielt Armin Trautmann beim Erstligisten Thun.
Brüder spielen auch Eishockey
«Meine Brüder haben in der letzten Saison für die Nachwuchsbewegung Dragon/Thun gespielt», nennt Trautmann den Grund, warum er für den EHC Thun stürmt. Der jüngste Bruder, Pascal, steht bei den Mini-Novizen von Dragon/Thun im Tor. Elmar und Orell Trautmann hingegen haben den Verein gewechselt. Elmar, wie Pascal ein Goalie, spielt für den EHC Grindelwald in der 2.Liga. Verteidiger Orell für die Elite-Novizen der SCL Young Tigers.
Der Kanton Bern und Berlin gehören beide zum deutschen Sprachraum. Dennoch sieht sich Trautmann mit einigen grossen Unterschieden konfrontiert. «Am schwierigsten ist es sicher, den Berner Dialekt zu verstehen», sagt der Berliner. «Am Anfang habe ich in der Kabine praktisch nichts verstanden. Mittlerweile geht es so einigermassen.» Die Leute seien hier offener als in Berlin oder Köln, sagt Trautmann. Auch das Eishockey sei anders. «In Berlin haben wir viel Krafttraining gemacht. In der Schweiz gehört das auch dazu, aber man scheint mehr Wert auf die Beweglichkeit zu legen. Technische Elemente haben einen grösseren Stellenwert.» Trautmann ist Flügelstürmer. Thuns Sportchef Alex Reymondin bezeichnet ihn als physisch präsenten, soliden Erstligaspieler.
Wieder nach Kanada?
Armin Trautmann hat am Montag in Bern ein Jurastudium aufgenommen. Weiss er schon, wo es ihn als Nächstes hinziehen wird? «Nein. Aber Kanada hat mir schon gefallen. Überall gibt es im Winter Eisflächen. Selbst Leute, die keinem Verein angehören, treffen sich regelmässig zum Eishockeyspielen.» Der 19-Jährige kann sich deshalb vorstellen, während oder nach dem Studium wieder nach Nordamerika zu ziehen. Seine unmittelbare Zukunft aber heisst EHC Thun.
EHC THUN






